Mehr CNC-Praxis in die Schule

Innovatives Unterrichtskonzept am Berufskolleg Beckum

Das Berufskolleg Beckum geht voran. Engagierte Berufsschullehrer haben ein Unterrichtskonzept entwickelt, das Auszubildenden ein Mehr an Praxis bietet und dadurch gleichzeitig die Ausbildungsbetriebe unterstützt.

Die Berufsschule hat für ihre Auszubildenden in den Ausbildungsberufen Zerspanungs-, Werkzeug- und Industriemechaniker sogenannte Projekttage eingeführt, an denen die Auszubildenden des 2. und 3. Ausbildungsjahres neben ihrem regulären Berufsschulunterricht zusätzlich im Bereich CNC-Praxis geschult werden. Von ca. 1000 Auszubildenden im Metallbereich sind 400 an diesem Projekttag beteiligt. Für die Lehrer bedeutet dies freiwillige Mehrarbeit.

Flaschenschliesser Während der zwei Projekttage arbeiten die Schüler in Kleingruppen von sechs Personen. Das theoretische Wissen, das sie im regulären Unterricht erarbeitet haben, wird im Rahmen der Projekttage in die Praxis umgesetzt. So wird im Unterricht z. B. die CNC-Programmierung für einen Flaschenschließer erstellt. Anschließend fertigt jeder einzelne Schüler eigenständig einen solchen Flaschenschließer im Rahmen der Projekttage an. Dazu erlernen die Auszubildenden das Einrichten und Bedienen der Werkzeugmaschinen,  führen Schnittkraftmessungen und Messtasterübungen durch.

Hervorzuheben ist, dass die Arbeitsatmosphäre innerhalb dieser Kleingruppen an den Projekttagen ausgesprochen gut ist. Die Schüler sind hoch motiviert, weil sie eine individuelle Betreuung durch die Berufsschullehrer erfahren und ihr theoretisches Wissen fachlich angeleitet in die Praxis umsetzen können, was im betrieblichen Alltag nicht immer gegeben ist. Der Vorteil für die Ausbildungsunternehmen liegt somit ebenfalls auf der Hand.

„Neue Technologien erfordern neue Unterrichtskonzepte“, erklärt Roland Koldewey, Lehrer am Berufskolleg Beckum, das Engagement seiner Schule. Darüber hinaus werden Projektwochen in Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben durchgeführt. Im Bereich der Zerspanungsmechanik werden Arbeitsaufträge eines Unternehmens zur CNC-Programmierung in der Schule vorbereitet. Anschließend fertigen die Auszubildenden in Kleingruppen ihre Arbeitsaufträge bei der GEA Westfalia Separator Group in Oelde. Die abschließende Qualitätskontrolle findet wiederum im CNC-Labor des Berufskollegs statt.

Selbstverständlich bilden sich die verantwortlichen Lehrer am Berufskolleg, Kerstin Hartwig, Ulrich Kreideweiß und Roland Koldewey, regelmäßig fort. Die VDW-Nachwuchsstiftung unterstützt diese Fortbildungsaktivitäten indem sie einen dreitägigen Workshop zum Thema „CNC Fräsen - Programmierung im Heidenhain-Klartext-Dialog“ gemeinsam mit dem Unternehmen Heidenhain für Berufsschullehrer aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster an dem Berufskolleg Beckum durchgeführt hat.

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